Die Beschwichtigungssignale unserer Tiere Teil II
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Die eindeutig erkennbaren Signale der Hunde, wie Gähnen, Rücken zudrehen, Kopf oder Körper abwenden, Hinsetzen oder Hinlegen oder das "Einfrieren" in der Bewegung sind sowohl bei Begegnungen mit Artgenossen, wie auch in der Kommunikation mit uns leicht zu erkennen. Wenn ein Hund während des Trainings solche Signale zeigt, ist er entweder überfordert oder eingeschüchtert. Das Einfrieren oder Hinlegen ist dann keine "Befehlsverweigerung", sondern er fühlt sich bedroht und will beschwichtigen. Erkennen wir das nicht und bestrafen diese Reaktion womöglich noch, kann daraus ein Kreislauf aus Missverständnissen und Angst erwachsen, wir versagen dem Hund damit seine natürliche Sprache. Deshalb ist es so wichtig, auch auf die kleinen feineren Signale zu achten und unseren Blick dafür zu schulen. Hundebegegnungen können da sehr |
lehrreich sein: Da kann man ein kurzes Lecken über die Nase beobachten, ein Blinzeln oder einer der Hunde schnüffelt ganz versunken am Boden, als wären die anderen gar nicht da. Auch das starke Verlangsamen von Bewegungen gehört dazu, das Bogenlaufen und das Wedeln, das keineswegs nur Freude bedeutet, sondern auch zur Konfliktvermeidung eingesetzt wird. Manchmal werden diese Signale auch nacheinander gezeigt oder zusammen. Wenn man seinen Hund schon öfter aufgefordert hat zu kommen und wird nun ärgerlicher, kann man genau beobachten, wie er sein Tempo verlangsamt, vielleicht einen Bogen läuft und anschließend noch mit dem Schwanz wedelt. Er spürt genau den Ärger und versucht nun seinerseits die Aggression zu beschwichtigen. Schon im Welpenalter lernen unsere Tiere diese Signale einzusetzen, deshalb ist es für Jungtiere so wichtig, so viel Kontakt wie möglich zu Artgenossen zu haben, um auch später die sozialen Kontakte friedlich und positiv zu gestalten. Auch bei erwachsenen Hunden kann man bei Hundebegegnungen positiv einwirken, indem man die Signale lobt und belohnt, denn sie sind der Schlüssel zur Sozialisierung. Und auch bei Mensch-Hund- Begegnungen kann man schneller einschreiten: Fühlt sich der eigene Hund beispielsweise zu sehr bedrängt von Kindern, dreht den Kopf weg, leckt oder friert ein, ist es höchste Zeit einzuschreiten und ihn aus dieser Sitauation zu befreien, denn, wenn die Beschwichtigungssignale nicht fruchten, können danach auch Drohsignale folgen, wie Knurren oder Schnappen. Katzen sind, wie schon erwähnt, etwas subtiler in der Ausdrucksweise, zeigen aber auch deutlich diese Form der Beschwichtigung: Gähnen, Blinzeln, Hinlegen, Körper oder Kopf abwenden und noch ein sehr interessantes Signal: So, wie Hunde am Boden schnüffeln, beginnen sie sich ausgiebig zu Putzen, um zu zeigen, dass sie keine Auseinandersetzung wollen und auch mit etwas ganz anderem beschäftigt sind. Sie putzen sich natürlich sowieso rgelmäßig und gründlich, zeigen dies aber auch bei Begegnungen zur Konfliktvermeidung. Oder sie beginnen, als Ablenkungsmanöver, zu Spielen: Draußen wird dann nach Faltern und Mücken gehüpft und Drinnen wird das nächste Bällchen geschnappt. Es lohnt sich also, unsere Tiere zu beobachten und ihr Ausdrucksverhalten besser zu verstehen. Ich wünsch Ihnen viel Spaß beim "Kennen-Lernen"!





