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Hunde verstehen

Hunde verstehen

Sog. Problemverhalten, Fehlverhalten oder Verhaltensstörungen spiegeln häufig unser Fehlverhalten, unsere Unwissenheit oder Hilflosigkeit wieder. Sie stellen für uns Menschen aber eine große Herausforderung und Chance dar, unsere treuen Gefährten besser zu verstehen.

Die häufigsten Probleme:

- Angstreaktionen und Phobien
- Nicht alleine bleiben können (wollen)
- Verlustangst
- Unsauberkeit
- Aggression (auch Scheinaggression)
- Probleme mit Artgenossen, Menschen, Kindern etc.
- Zerstörungswut
- Unklarheiten in der Kommunikation
- Unsicherheit

Nicht jedes unerwünschte Verhalten unserer Hunde ist eine Verhaltensstörung sondern entspricht meist durchaus dem "hundenatürlichen" Verhalten. Für einen Hund ist Knurren  kein Grund zur Panik. Es ist für ihn ein warnendes Kommunikationsmittel und bedeutet z.B. sei vorsichtig, laß das bitte, die Situation ist für mich unangenehm! Meist hat er uns vorher schon Signale gezeigt, die wir nicht bemerkten, wie z.B. Kopf wegdrehen, starr werden, eindringlicher Blick etc. Bestrafen wir nun dieses Warnsignal, kann es dazu führen, daß unser lieber Hund das nächste mal, bei für ihn angespannten Situationen, gleich schnappt oder sogar beißt weil er ja nicht mehr knurren darf. Wir unterbinden seine Warnsignale und somit die Kommunikation. Wir bestrafen den Versuch des Hundes, uns mitzuteilen, daß etwas nicht stimmt und die Ursache des Problems bleibt unbeachtet. Der Teufelskreis beginnt und die äußerst überstrapazierten Worte Dominanz und Aggression tauchen auf. Wenn wir aber an dem arbeiten, was das Knurren ausgelöst hat, haben wir die Möglichkeit zur Problembehebung und positiven Verhaltensänderung  auf beiden Seiten. Im optimalsten Fall hat Ihr Hund künftig gar keinen Grund mehr das Knurren als Warnhinweis einzusetzen weil an dem Grundproblem gearbeitet wurde - und eben nicht nur an dem gezeigten Symptom.(hier das Knurren).   

Dies ist nur ein Beispiel für die vielen Mißverständnisse - trotz bester Absichten! Unsere Hunde versuchen unermüdlich sich uns verständlich zu machen und, genau wie wir, haben sie dazu nicht nur positive Möglichkeiten. Wenn wir bereit sind mit der gleichen Ausdauer mitzuarbeiten, haben wir die besten Chancen auf eine erfolgreiche Kommunikation und eine vertrauensvolle Bindung.

Hier noch ein interessanter Artikel über das viel strapazierte Dominanz-Thema, freundlich genehmigt von der Ethologin (Verhaltensforscherin) Mag. Heidrun Kriza:

Dominanz? - Nein danke!

Vielleicht wundern Sie sich: Während alle „Hundeexperten“ von „Dominanzproblemen“ bei Hunden reden, werden Sie bei uns diesen und andere Begriffe (z. B. Rangordnung) nicht hören oder lesen. Und das hat seinen guten Grund.

Zum einen wird dieser Begriff von vielen Leuten ganz unterschiedlich verwendet: Wenn ich dann genau nachfrage, was einen „dominanten“ Hund eigentlich auszeichnet, sind es Eigenschaften wie aggressiv, wild, ungestüm, unbeherrscht, ungehorsam, draufgängerisch, kräftig, etc. In den allermeisten Fällen zeigen die derart bezeichneten Hunde jedoch ganz einfach gestresstes Verhalten! Leider wissen die überforderten Hundehalter damit nichts anzufangen, und reihen den Hund in die Kategorie „dominant“.
 
Das hat in der Folge zweierlei Auswirkungen:

    * Bei manchen Leuten herrscht die Meinung vor, „dass man da halt nichts machen kann“. Möglicherweise spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass man sogar stolz ist, so einen „Rambo“ sein eigen zu nennen. In diesem Fall baut der Hund das vorhandene Verhaltensmuster aus und bewirkt, dass auch immer mehr andere Hunde, auf die er trifft, aggressive Verhaltensmuster entwickeln.
    * In anderen Kreisen ist es immer noch üblich – trotz inzwischen zahlreich vorhandener guter Literatur, die ausdrücklich vor solchen Maßnahmen warnt – „dominante“ Hunde zu „unterwerfen“, ihnen gewaltsam zu zeigen, „wer der Boss ist“.

Die Bezeichnung „dominant“ führt in der Regel vor allem zu einem: zu einer unendlichen Kette von Missverständnissen und gesteigerter Aggression, an deren Ende im schlimmsten Falle Beißunfälle oder das Töten des Hundes aus vorgeschobenen Gründen stehen.

Welcher Art die Probleme, die ein Hund verursacht, auch immer sein mögen, NIEMALS dürfen gewaltsame Maßnahmen und Schmerzzufügung als „Therapie“ eingesetzt werden!! Dadurch wird ein Teufelskreis an Aggression in Bewegung gebracht, aus dem Hund und Mensch nur schwer wieder herausfinden!

Tatsächlich gibt es in der modernen Ethologie ausreichend Hinweise, dass wir mit dem ganzen Dominanzkonzept bei Hunden einem großen Irrtum aufgesessen sind! Einem Irrtum, der Tierquälerei deckt und der viele Hunde das Leben kostet. Wie es dazu kommen konnte, und warum wir heute gescheiter sind (sein sollten!), lesen Sie bitte bei Mech (1999), Coppinger (2003) und Eaton (2003)  Auch bei unseren Vorträgen weisen wir auf diese wichtigen Zusammenhänge ausführlich hin.

Kurz zusammengefasst möchte ich hier nur sagen, dass für ein problemloses Zusammenleben mit Hunden ganz andere Kenntnisse von großer Wichtigkeit sind:

    * Wie sozialisiere ich einen Welpen richtig?
    * Wie kommunizieren Hunde und wie lernen sie?
    * Wie arbeite ich beim Training richtig mit positiver Verstärkung?
    * Wie baue ich zu meinem Hund und er zu mir eine gute Bindung und ein echtes Vertrauensverhältnis auf?
    * Wie reduziere ich Stress im Alltag meines Hundes?

Auf diese und andere Fragen bekommen Sie bei uns die passenden Antworten, und bald werden auch Sie sagen: Dominanz? – Nein danke!

Verhalten Hund
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"In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare."

(Aristoteles)

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