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Tierheilpraxis Regensburg

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Mein persönlicher Weg mit und zu den Tieren


Diana und Rex
Der berufliche Werdegang ist bestimmt wichtig, aber persönlicher empfinde ich Geschichten aus dem Leben und so erzähle ich Ihnen lieber eine meiner Geschichten:

Immer schon zog es mich zu den Tieren. Während meiner beruflichen Laufbahn (Arzthelferin, Beamtin, Fitness- u. Aerobictrainerin) hatte ich immer Tiere und wollte mich mehr in dieser Richtung engagieren. Also begann ich als ehrenamtlicher Helfer im Regensburger Tierheim und ging regelmäßig Gassi mit den Hunden.

So kam ich zu Diana und Rex, ein Schäferhund-Mix Pärchen, die sich sehr gut verstanden und die Spaziergänge sehr genossen zumal sie schon jahrelang im Tierheim waren und durch ihr Alter  schlechte Chancen zur Vermittlung hatten.

Auch war Diana als " Zicke" bekannt, die schon mal zwickte wenn sie ihre Launen hatte. Rex war anfangs etwas scheu, wurde aber dann immer zutraulicher u. verspielter.

Er hatte Power aber leider auch ein zusätzliches optisches Handicap: nur ein Auge.

Als Rex plötzlich sehr krank wurde war ich fast jeden Tag bei den beiden aber es bestand keine Hoffnung mehr.

Die letzten Tage waren für ihn sehr schwer: Er hatte sichtlich Schmerzen, freute sich aber immer noch mich zu sehen und ging auch ein paar Schritte in´s  Freie. Seine Würde, seine Freundlichkeit behielt er bis zum Schluß. Nur Diana verstand die Welt nicht mehr u. wurde immer unruhiger. Letztlich musste er eingeschläfert werden u. Diana litt fürchterlich:

Sie winselte nur noch und war einfach furchtbar traurig.

Als ich Rex die letzten Tage erlebte fühlte ich mich so hilflos, nichts für ihn tun zu können. Er wäre nicht mehr gesund geworden aber wenigstens hätte ich ihm sein Leiden erträglicher machen wollen. So fasste ich den Entschluß einer Tierheilpraktikerausbildung, bei der mir meine medizinischen Vorkenntnisse von großer Hilfe waren. Die Ausbildung schloß ich erfolgreich mit einer Prüfung und Diplom ab.

Rex hat mir den Anstoß gegeben - und Diana, die ich zu mir nach Hause holte.

Sie ist 11 1/2 Jahre geworden, war viel ausgeglichener obwohl sie immer noch ihren Dickkopf hatte (für den ich sie um so mehr liebte!)

Sie ist sogar auf ihre alten Tage noch zur Katzenfreundin geworden.

Jeden Tag habe ich mich über sie gefreut und denke manchmal, wir haben aufeinander gewartet. So eng war unser Band inzwischen, dass sie oft meine Stimmungen auslebte und zeigte - oder war es umgekehrt? ...

Diana  war das lebende Beispiel, dass auch ältere problematische Hunde, die lange Jahre im Tierheim verbracht haben uns immer noch lehren können, was Lebensfreude, Vertrauen und bedingungslose Liebe bedeuten. Viele solcher Hunde warten auf ihre  zweite Chance im Leben und könnten ihren neuen Besitzern noch lange Freude bereiten. Unseren Tieren ist es egal wie alt WIR sind:  Wäre das nicht ein Argument?                                                        

Ich kenne die wundervollen Momente im Zusammensein mit Tieren genauso wie die furchtbar schmerzlichen Augenblicke

und so ist es mein Ziel, Tiere und Menschen bei ihrem gemeinsamen Leben zu unterstützen.

Rex werde ich aber nie vergessen, er hätte es so verdient, für seine letzten Jahre ein Zuhause zu finden. Deshalb ist meine persönliche Seite, voller Achtung und Respekt, ihm gewidmet.

"Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe bedürfen. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz. Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder."       Franziskus von Assisi (1182-1226 Heiliger,Gründer des Franziskaner Ordens)

Meine bisherigen Tiere sind mir alle irgendwie "zugefallen" . Da ich aber nicht an Zufall glaube, wurde mir langsam bewusst, dass jedes dieser Tiere mit seinem speziellen Charakter auch eine Herausforderung  für mich war und ist. Mein Bedürfnis, mehr zu verstehen, wurde durch sie immer stärker. Sie waren und sind meine besten Lehrer und haben mir langsam, manchmal auch schmerzlich, meinen Weg gezeigt:

Lisa und Tiger: zwei Katzengeschwister-Welpen, die ich mit der Flasche aufzog. Tiger war eines Tages plötzlich verschwunden und kam nie wieder. Lisa blieb 12 Jahre bei mir, bis zu unserem Umzug, durch den sie sehr unglücklich wurde.  Nach ihrem ersten Freigang im neuen Zuhause war sie verschwunden, trotz aller Suche. Durch Lisa erfuhr ich, dass Tiere viel mehr sein können als nur Gesellschafter, sie war meine beste Freundin aber die Bindung zu ihrer gewohnten Umgebung war stärker. Es sind diese Geschichten mit ungewissem Ausgang, die uns oft noch Jahre verfolgen... 


Bonny
Bonny: wurde mit ihren Geschwisterchen in einer Mülltonne gefunden. Sie wurde zu einer wunderhübschen, in sich gekehrten, feinen, grauen Katzendame. Ruhig und stolz zugleich saß sie oft in der Sonne, wie eine Sphinx. Mit Ruhe und Gelassenheit ertrug sie einige Umzüge, nach 13 Jahren auch noch einen Hund und später ihre Krankheit. Je älter sie wurde, desto stärker wurde sie innerlich. Ihre Souveränität und Würde hat sie bis zuletzt behalten. Sie gab mir immer ein Heimatgefühl, egal wo wir waren: Bonny saß am Fenster und die Welt war in Ordnung...

Spiro
Spiro : ein ausgesetzter Hundewelpe, den ich aus einem Griechenlandurlaub mitbrachte und durch den ich mich erstmals mit Hundeerziehung beschäftigte. Leider ziemlich unglücklich: ich kam an eine Hundeschule nach alten Methoden, mit Wasserpistole, Bestrafung und Alphawurf sollte ich meinem selbstbewussten, lebhaften Griechen zuleibe rücken. In mir wehrte sich alles und mir wurde schmerzlich bewusst, dass ich nicht fähig war, Spiro das Leben zu bieten, das für ihn artgerecht wäre. Er lebt heute mit seiner Gefährtin glücklich und zufrieden in einer lieben, herzlichen Familie mit riesigem Grundstück. Später wurde mir klar, dass ich wohl nur sein ´Transporter´ war, der ihn in sein neues Leben bringen sollte. Er hat dafür den Grundstein für meine neue Aufgabe gelegt weil ich in der Zeit nach ihm spürte, daß ich mehr tun wollte, so ins Tierheim kam und dort Diana und Rex  traf. Aber das ist eine andere Geschichte...

In Griechenland nannten sie Spiro ` Spithas` wegen seiner weißen Schwanzspitze, was soviel bedeutet wie der Funke, der spirituelle Funke, erklärten sie mir..


Luna
Luna: ein ängstliches dreifarbiges Bauernhofkätzchen, die ich erstmals mit Bachblüten stabilisieren konnte. Sie machte in vier Jahren tapfer zwei Umzüge mit und akzeptierte auch Diana. Als aber immer mehr Tiere bei mir Einzug hielten und es sehr unruhig wurde, kam sie immer seltener und suchte sich selbständig ein neues Zuhause. Auch sie hat mich immer wieder überrascht mit ihrer sensiblen, verspielten Katzenseele und ich hätte ihr ein Weggehen nicht zugetraut. Ich hatte sie unterschätzt und ihre Veränderung nicht rechtzeitig erkannt. Seit der Zeit weiß ich, dass man auch kleine Veränderungen im Verhalten einer Katze ernst nehmen muß aber das ist ein schwacher Trost.. 

Mika
Mika: Ein rotweißer kleiner verletzter Kater, der, nach Genesung, nicht mehr gehen wollte und noch heute, seit fünf Jahren, bei mir ist. Er wurde zweimal angefahren, zweimal eingesammelt, als vermeintlicher Streuner, und kam immer wieder zu mir. Sein Selbstbewusstsein und sein Mut lassen mich auch heute noch staunen. Er ist sehr flexibel, solange er seine Aufmerksamkeit bekommt, die er auch lautstark einfordert, wenn nötig. Dadurch merke ich schnell, wenn er mal aus dem Gleichgewicht geraten ist und kann helfend eingreifen. Er ist der unangefochtene Chef in unserem kleinen Rudel, und er weiß das!

Dini
Diana: Eine 9 ½ jährige Schäfer-Mix Hündin, die sieben Jahre im Tierheim verbracht hatte und vorher nichts Gutes erlebt hatte. Daraus hatte sie Unsicherheit und Misstrauen  entwickelt, das öfters zu Zwicken und Beißen führte. Nach dem Verlust von Rex war sie sehr traurig und ich nahm sie mit nach Hause. Durch sie befasste ich mich eingehend mit Beschwichtigungssignalen, Angstaggression  und ungenügender Sozialisierung. Am meisten aber lernte ich, dass auch noch ältere Hunde fähig sind, Vertrauen, Zuneigung und eine positive Bindung aufzubauen. In unserer gemeinsamen Zeit wurde sie zu einer zufriedenen, ruhigen, lieben Hündin. Endlich hatte sie das Genießen gelernt - und ich?  Ich hatte gelernt, nicht aufzugeben und auch kleine Fortschritte anzuerkennen. Diana hat mich Geduld und Zuversicht gelehrt - wohl das Wichtigste für meine Tätigkeit.

Neva
Neva: Sie ist eine ca. 10-jährige sehr ängstliche Hündin aus Spanien und nun schon sechs Jahre bei mir. In ihrem Leben hatte sie sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Sie hatte anfangs vor Allem und Jedem Angst und wollte nicht aus dem Haus. Langsam haben wir Vertrauen zueinander aufgebaut, und trotz einiger Rückschläge, hat sie Riesnfortschritte gemacht. Wenn ich ihr zusehe, wie sie nun glücklich über die Felder springt und voll positiver Erwartung auf mich zuläuft, wenn ich merke, wie sie bei angespannten Situationen immer mehr meine Nähe sucht, weiß ich, dass es das Richtige ist, was ich tue und dass es zu einer Lebensaufgabe für mich geworden ist. Viele ihrer Ängste hat sie inzwischen abgelegt und ist auch manchmal richtig "verschmitzt", was ich besonders an ihr mag. Hinter der ganzen Furcht steckte nämlich eine fröhliche Hündin und  das ist für mich ein Geschenk !

Mimmi
Mimmi: Das neueste MItglied in unserer kleinen Familie und unser absoluter Sonnenschein! Sie ist immer gut drauf, auch wenn Meister Mika wieder brummig ist und Neva eifersüchtig. Ihre Lebensfreude ist ansteckend, sie ist unser frischer Wind im Haus und bei ihr kann man wirklich, in positivem Sinne, sagen: Mimmi hat uns noch gefehlt!

All diesen Tieren, auch den Pflegetieren und kurzzeitigen Mitbewohnern, durch die ich das Hunderudelverhalten studieren konnte und den Wildtieren, denen ich bisher vielleicht ein kleinwenig helfen konnte, habe ich zu danken weil ich immer dazulernen durfte durch sie. Ich habe miterlebt, dass Tiere die selben Gefühle haben und zeigen wie wir: Trauer, Verlust, Eifersucht, Angst, Freude, Übermut und Zuneigung. Wie sie sich verändern wenn sie plötzlich in einer Gruppe leben oder als Einzeltier mit ihrem Besitzer. All dies sind kostbare und wichtige Erfahrungen für mein Tun.

All den Tieren, die mir durch meine verhaltenstherapeutische Tätigkeit begegnen, habe ich zu danken weil ich durch sie nicht stehen bleibe, sondern immer weiter lerne und jedes Tier anders ist. Es ist immer wieder ein Glücksgefühl wenn ich erleben kann, wie sich Beziehungen zwischen Mensch und Tier, oft nach jahrelangen Missverständnissen, positiv entwickeln.

Natürlich gehört zu einer verantwortungsvollen Tätigkeit auch die theoretische Fortbildung aber das wahre Leben ist es, wie wir alle wissen, das  immer wieder Überraschungen bereithält und uns daran wachsen lässt.

Nie aufhören anzufangen und nie anfangen aufzuhören ..

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"In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare."

(Aristoteles)

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